Eigentlich wollte ich im Blog keine Posts verfassen über die Dinge im (Welt-) Geschehen, die mich täglich so aufregen, denn dann würde ich ja gar nicht mehr fertig werden mit tippen und euch ganz gehörig nerven.
Aber das muss sein, denn ich bin immer noch nicht fertig mit Kopfschütteln.
Bei den olympischen Winterspielen ist eine slovenische Langläuferin beim Aufwärmen schwer gestürzt und sich auf der offensichtlich ungesicherten Strecke schwer verletzt. 4 Rippen sind gebrochen und sie hat einen Lungefellriss.
Das ist tragisch genug.
Weiter geht's: Die Dame fuhr damit die Qualifikation und das Rennen und gewann Bronze. Auf'S Podest musste man sie mehr oder weniger schleppen
Kopfschütteln. Wie kann man nur so unvernünftig und leichtsinnig sein Leben und seine Gesundheit auf's Spiel setzen? Da hat eindeutig jemand seine Prioritäten falsch gesetzt.
Aber hier kommt der absolute Knaller:
Dafür bekam die Dame einen Orden und hier ist die Begründung:
"Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen. Es ist ein einmaliger Erfolg für den ganzen slowenischen Sport", sagte Staatspräsident Danilo Türk nach dem Kabinettsbeschluss, ihr den goldenen Staatsorden für besondere Verdienste ihres Heimatlandes zu verleihen. Sie sei ein "Vorbild der jungen Generationen".
DAS soll ein Vorbild sein? Nach einem Unfall statt vernünftigerweise zu einem Arzt zu gehen und die notwendige Behandlung zu bekommen und sich dann auszukurieren damit keine Schäden zurückbleiben seinem Körper Höchstleistungen abzuverlangen und sein Leben zu riskieren ist neuerdings die gute Idee und das alles für die berühmten 15 Minuten Ruhm?
Ich versteh's nicht, vielleicht kann's mir jemand erklären...
Leicht, luftig, blau: meine neue Tunika
vor 5 Monaten

5 Kommentare:
Ganz ehrlich?
Ich finde die Horrormeldungen um die Bob-Bahn viel schlimmer.
Wenn die Slowenen keinen Mannschaftsarzt dabeihaben, der sowas ausbremst, dann ... nunja. Ändern können wir das hier eh nicht. :(
Ganz ehrlich? Ich ziehe meinen Hut vor ihr.
Aber wie.
Sie hat gekämpft, für sich, für ihre Mannschaft. Für ihr Land, für sich sich selbst- für den olympischen Geist.
Sie hat gezeigt, was in einem Menschen steckt, wenn er nur will. Sie hat meiner Meinung nach wahren Sportsgeist bewiesen- TROTZ dieser Dinge ist sie gestartet, hat nicht aufgegeben, trotz widrigster Umstände hat sie eine Medaille bekommen.
Sie ist ein Sportler der alten Generation- Björn Deahli (wie auch immer man ihn schreibt) hat in seinem Leben noch nie ein Rennen abgebrochen- er ist ein 90 km Rennen mit gebrochenen Arm gelaufen.
Die heutige Langlaufszene wird von schnellen, "hochgezüchteten" Sportlern wie Magdalene Neuner dominiert- aus Langstrecke wurde der Sprint weil publikumsfreundlicher, als Klassik Skating, aus Traditionen Trend.
Ich finde, sie ist ganz definitiv ein Idol für junge Sportler.
Sie ist ein Kämpfer vom alten Schlag. Klar, es war gefährlich, aber sie ist eine erwachsene Frau. NIemand hat sie gezwungen, und es wäre wirklich keiner böse gewesen, wenn sie nicht gestartet/ langsam gelaufen wäre- schließlich ist das wie du sagst eine schwere Verletzung.
Und versetz dich dochmal in ihre Lage- sie hat Jahre, wenn nicht ihr Leben lang darauf trainiert. Wochenlang, stundenlang sich geschunden, gekämpft, Wax getestet- ihr ganzes Leben kreist darum. Und dann nicht starten?
Leistungssport IST extrem. Und Sportler gehen eigentlich immer ein großes Risiko ein- LL ist noch eine der verletzungsfreiesten Sportarten.
Kurz zu meinem Blickwinkel: Ich habe selbst 7 Jahre lang Skilanglauf als Leistungssport gemacht und stand vor der Entscheidung, ob ich das nun "professionell" mache oder nicht. Ich habe mich dagegen entschieden.
(Nichtestotrotz kann ich deine Bedenken und deine Meinung sehr gut verstehen- aber ich bin nunmal ein Langläufer vom "alten Schlag" und fühle einfach so. Übrigends Langstrecken- und Klassikspezialisten ;-) )
Siehst du, so gehen die Ansichten auseinander. Es könnte daran liegen, dass ich jeder Art von Heldentum sehr kritisch gegenüberstehe. Da setzt bei mir doch eher die kalte Vernunft ein. Ich kann nicht verstehen, wie diese Medaille mehr wert sein soll als ihr Leben. Und vor allem finde ich es verlogen:
Wäre sie bei dem Rennen tot umgekippt wäre die ganze Welt meiner Meinung gewesen (vermutlich). Hätte jeder gesagt, es war falsch dass sie gestartet ist. So it dieses russische Roulette gut gegangen und sie wird gefeiert.
Aber ich finde deine Sicht der Dinge sehr interessant für mich, die ich mich nie "fanatisch" (im positiven Sinn) für so etwas begeistern konnte . Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar
Ok, vielleicht erklärt sich es noch ein bisschen dadurch, dass ich seit meiner Kindheit eine extrem ausgeprägte Schwäche für Helden und Heldengeschichten habe ;-)
Aber da mit dem "Wenn sie tot umgefallen wär" hast du verdammt recht... so hab ich das noch gar nicht betrachtet!
Und ohne deinen Blogeintrag hätt ich ehrlich gesagt nicht groß drüber nachgedacht, nur in meine "sportliche Idole"-Liste eine weitere Person hinzugefügt.
Aber eines muss ich noch dazu sagen.... die ganze Sportwelt ist sowieso verlogen ohne Ende- ich habs am eigenen Leib erfahren :(
Das glaub ich dir.
Heldengeschichten liebe ich übrigens auch :o)
Liebe Grüße
Giliell
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